Arbeiten im Archiv

Den Besuchern des Archivs stehen Arbeitsplätze mit Mikrofilm-Lesegeräten zur Verfügung. Sie können zudem eine reichhaltige Handbibliothek zu quellenkundlichen und biographischen Fragen nutzen. Die Quellen werden unentgeltlich bereitgestellt.

Als Findmittel dienen bis zur endgültigen Einrichtung der Datenbank die Kataloge des Archivs, die gedruckten und elektronisch publizierten Verzeichnisse des RISM sowie die Karteikarten, die seit 1954 zu jedem neu eingetroffenen Film angelegt worden sind.

Als eine Meta-Bibliothek steht das Institut im Dienst der Wissenschaft und ebenso der Musikpraxis. Im Vergleich mit traditionellen Musikbibliotheken gibt es einige Vorteile: So können zum Beispiel Quellen, deren einzelne Teile heute auf verschiedene Bibliotheken verteilt sind, im Film wieder vereint werden. Das gilt vor allem für viele nur in Stimmbüchern verbreitete Werke des 16. und 17. Jahrhunderts.

Auch wer verschiedene Fassungen der Kompositionen vergleichen will, der findet in Kassel eine weltweit einzigartige Sammlung vor, die ihm nicht nur Reisen ins Ausland ersparen kann, sondern ihn darüber hinaus sogleich zu weiteren Studien einlädt.

Traditionell wird das Archiv sowohl von Musikwissenschaftlern als auch von professionellen, "historisch informierten" Musikern genutzt. Dabei findet der Quellenbestand gern auch Verwendung im Rahmen von Ausbildungen, sei es, dass Dozenten im Archiv Material für ihre Lehrveranstaltungen zusammenstellen, sei es, das sie mit ihren Studenten das Archiv besuchen und sich einer neuen Generation eine bis dahin ungeahnte Möglichkeit eröffnet, erste Schritte bei der Aufbereitung historischer Quellen für das eigene Musizieren zu gehen.

Das DMgA recherchiert auch bei externen Anfragen, es berät bei Editionsvorhaben oder Publikationen mit quellenkundlichem Schwerpunkt und hilft nach Möglichkeit bei der Materialbeschaffung. Doch gehört der Besuch in Kassel zu den besonderen Erlebnissen, und manche Suche in der Fülle des Materials kann dank individueller Betreuung und Beratung auch einmal zu einem überraschenden Ergebnis führen.