Aufgaben des Archivs

Das Archiv hat die Aufgabe, die Quellen zur deutschen Musikgeschichte zentral zu erfassen, auf Mikrofilm oder Fiches zu sammeln, durch Kataloge zu erschließen und sowohl für Musikwissenschaftler als auch für jeden musikhistorisch Interessierten zur Verfügung zu halten. Es will möglichst umfassende Voraussetzungen schaffen für die Erforschung der deutschen Musikgeschichte und die Publikation ihrer wichtigsten Zeugnisse, der musikalischen Werke wie der Theoretiker-Schriften.

Sechs Jahrzehnte sind seit der Gründung des Archivs vergangen, und in diesem Zeitraum haben sich seine Aufgaben ständig erweitert. Aus der Entwicklung der musikhistorischen Forschung ergab sich die Forderung, die älteren deutschen Quellen in ihrer Gesamtheit in Kassel bereitzustellen. Aber auch die Beschränkung auf die Musik vor 1700 musste schon früh aufgegeben und die Sammlung zeitlich bis ins frühe 19. Jahrhundert hinein erweitert werden. Schließlich zeigte sich, dass auch die Aussparung von Handschriften und Drucken jener bedeutenden Komponisten, für die eigene Editionsinstitute bestehen, nicht länger sinnvoll war, und so sind heute auch Werke z. B. von Johann Sebastian Bach, Georg Friedrich Händel, Georg Philipp Telemann, Joseph Haydn oder Wolfgang Amadeus Mozart selbstverständlich in der Kasseler Sammluing zahlreich vertreten.

Der Begriff „Deutsche Musikgeschichte" ist weit gefasst und schließt die vielfältigen Beziehungen der deutschen Musik zu anderen Musiknationen ein. Deshalb werden Musikdrucke und Handschriften ausländischer Komponisten, die in Deutschland gewirkt haben, deren Werke in deutschen Buchdruckereien aufgelegt oder in deutsche Handschriften aufgenommen wurden, im Kasseler Archiv ebenso gesammelt wie Werke deutscher Komponisten, die sich heute in ausländischen Bibliotheken befinden.